Abstracts zu den Foren

Abstracts zu den Foren

Forum 1: Facetten der digital vermittelten Kommunikation: Chatbots und Online-Games

Referentin: Prof. Dr. Claudia Paganini (Hochschule für Philosophie München, Medienethik)

Zuerst waren es die Faszination des Neuen und die Vielzahl der Möglichkeiten, dann die Notwendigkeiten einer globalen Gesundheitskrise, was die digital vermittelte Kommunikation zum unverzichtbaren Begleiter am Beginn des 21. Jahrhunderts gemacht hat. Doch viele Menschen haben auch Ängste, sind verunsichert, weil ihre alten Gewohnheiten nur noch bedingt zu den Neuen Medien passen. Manche Phänomene schließlich sind der Erwachsenengeneration schlichtweg fremd und wir tun uns schwer, einen Zugang zu ihnen zu finden. In diesem Forum werden Sie Wissenswertes über zwei solche Phänomene erfahren, über Chatbots und über Online-Games. Im Anschluss daran werden ethische Probleme dargestellt und Visionen für die Zukunft entwickelt. Selbstverständlich werden konkrete Beispiele die Präsentation auflockern und es wird auch reichlich Zeit zur Diskussion zur Verfügung stehen.

Forum 2: „Schöne Neue Welt“ – Das Potenzial moderner Science-Fiction in Filmen und Videospielen

Referentin: Stud. Lisa Regenold (Universität Augsburg, Germanistik/ Philosophie)

In den meisten Fällen erscheint Science-Fiction heutzutage als populärwissenschaftlich geformtes Genre, welches oft aus wissenschaftlichen Betrachtungen ausgeschlossen wird. Herausstechend und bekannt sind meistens nur die großen Werke “1984” von George Orwell und “Schöne Neue Welt” von Aldous Huxley, jedoch ist das Feld inzwischen auf ein Vielfaches an Veröffentlichungen angewachsen. Und gerade die moderne Science-Fiction bietet, verarbeitet in neuen Medien, einen einfachen Zugang und ein herausragendes Potenzial für eine Auseinandersetzung mit Entwicklungen von heute und morgen. Verarbeitet in Utopien und Dystopien treten nicht nur technische Aspekte und Entwicklungen zu Tage, sondern auch weitergehende Fragestellungen über die Gesellschaft, Medien und auch den Rezipienten selbst. Es entsteht ein Blick auf eine die Weiterentwicklung der “Schönen Neuen Welt”.

Anhand von Beispielen aus dem Bereich von Filmen und Videospielen soll die Vielfalt der in ihnen verarbeiteten Science-Fiction exemplarisch aufgezeigt werden. Ebenso soll ein Schwerpunkt auf das didaktische Potenzial gelegt werden, welches bereits in kurzen Ausschnitten ersichtlich wird.

Forum 3: Big Data im Gesundheitswesen

Referent: Dr. Josef Scheiber (Geschäftsführer BioVariance, Unternehmer)

Abstract steht noch aus!

 

Forum 4: Maschinelles Lernen – Von der Blackbox zur Mensch-KI-Partnerschaft

Referentin: Prof. Dr. Ute Schmid (Universität Bamberg, Angewandte Informatik)

Das Forschungsgebiet Künstliche Intelligenz (KI), oft synonym für das Teilgebiet Maschinelles Lernen (ML) benutzt, erfährt aktuell sehr viel Aufmerksamkeit. Viele Erwartungen und ebenso viele Befürchtungen sind damit verknüpft. Im Forum sollen grundlegende Entwicklungen und Konzepte der KI-Forschung mitn speziellem Fokus auf ML eingeführt werden. Zunächst wird ein kurzer geschichtlicher Überblick gegeben und dabei aufgezeigt, dass KI-Forschung durch Zyklen geprägt ist, bei denen nach großen Versprechen und Erwartungen, sogenannte KI-Winter folgen. Maschinelles Lernen wird als Teilgebiet der KI in Bezug zu anderen Forschungsbereichen, insbesondere als Gegenpol zu wissensbasierten Ansätzen, eingeführt. Der Unterschied zwischen sogenannter starker und schwacher KI wird diskutiert und psychologisch begründet, warum Menschen immer wieder zu überzogene Erwartungen an KI-Systeme haben. Daran anschließend wird das Gebiet des maschinellen Lernens mit seinen bereits seit den 1980er Jahren entwickelten Verfahren vertiefend eingeführt. Es wird dargestellt, in welchen Anwendungsbereichen aktuelle Ansätze des Deep Learning erfolgversprechend sind und in welchen Bereichen andere ML-Verfahren eingesetzt werden können. Abschließend werden Methoden der sogenannten explainable artificial intelligence (XAI) vorgestellt, mit denen ermöglicht werden kann, KI-Systeme nachvollziehbar zu machen und eine angemessene Interaktion zwischen Mensch und KI zu ermöglichen.

Forum 5: Digitale Demokratie? Gleichheit und Teilhabe im Zeitalter des digitalen Kapitalismus

Referent: Prof. Dr. Michael Spieker (KSH Benediktbeuern, Politische Philosophie)

Die Demokratie setzt Gleichheit voraus und will sie verwirklichen. Soziale Ungleichheit in ihren unterschiedlichen Dimensionen stellt daher immer schon eine Herausforderung für die demokratische Realisierung der Idee der Gleichheit dar. Die Digitalisierung und die mit ihr einhergehende Transformation des Kapitalismus verschärft diese Herausforderung. Dafür werden im Workshop zwei aktuelle Erklärungsansätze vorgestellt, mir deren Hilfe überlegt werden soll: Was tun?

Forum 6: Medialität und Virtualität: die Simulation sozialer Lebenswelten

Referent: PD Dr. Jörg Wernecke (TU München, Medienphilosophie)

Digitale Medien, wie etwa das Web 2.0 oder social media, bestimmen unseren Alltag, unsere Lebenswelten immer umgreifender. Soziale Kommunikation findet zunehmend in Vermittlung digitaler (Massen-) Medien statt.

Unabhängig, ob es sich um analoge oder digitale Medien handelt, (Massen-) Medien konstituieren, konstruieren soziale Lebenswelten, die unser Verständnis von und Zugang zu (sozialen) Wirklichkeit(en), seien es öffentliche Sphären (z.B. Politik) oder persönlichen Sphären (z.B. Privatheit, Identität usw.), bestimmen. (Massen-) Medien (Presse, Rundfunk, Web usw.) besitzen eine Deutungsmacht hinsichtlich gesellschaftlicher Faktizität (was „ist“) und Normativität (was geboten und nicht geboten ist).

Die Digitalisierung von Medien eröffnet neue Möglichkeiten der Kommunikation nicht nur bzgl. der Geschwindigkeit und Ortsunabhängigkeit, der Zugänglichkeit und Quantität von Information, sondern auch hinsichtlich der Virtualisierung sozialer Kommunikation, infolge sozialer Beziehungen. Soziale Kommunikation findet zunehmend in Form von virtuellen sozialen Lebenswelten (social media, Dating Portalen, virtuellen Lernplattformen usw.) statt, die eine autonome (virtuelle) soziale Wirklichkeit generieren. Dies bedeutet aber auch: an die Stelle von face-to-face Erfahrungen treten zunehmend technisch-medial konstituierte soziale Beziehungen bis hin zu Simulationen in Form virtueller Identitäten und virtueller sozialer Räume.

Im Forum soll u.a. der Frage nachgegangen werden, wie die Folgen und Nebenfolgen dieser Entwicklungen insbesondere im Hinblick auf die normativen, sodann ethischen Implikationen einzuordnen und zu bewerten sind. Was kann und muss eine Medienethik leisten? Welche Herausforderungen stellen sich für Grundpositionen der philosophischen Ethik wie etwa Wahrheit & Wahrhaftigkeit, Würde und Autonomie, Vertrauen, Achtung und Anerkennung, soziale Inklusion sowie individuelle Integrität und personale Identität?